Gustav WolfGeboren am 28. November 1887 in Osterode/Harz, gestorben am 28. April 1963 in München

Gustav Wolf machte eine Ausbildung zum Zeichenlehrer an der Königlichen Kunst- und Kunstgewerbeschule. Nach einem Praktikum begann er im Anschluß ein Studium bei Theodor Fischer an der TU München. Zusammen mit Paul Schmitthenner arbeitete er an Gartenstadtentwürfen. In den Jahren 1915–1919 war er Bezirksarchitekt beim Wiederaufbau von Ostpreussen, u.a. beaufsichtigte er den Wiederaufbau von Sensburg. 1919–1920 war er Kreisbaumeister in Merseburg, 1920–1922 arbeitete er als Stadtarchitekt in Soest (Westfalen). In den Jahren 1922–1927 war er Baudirektor der „Westfälischen Heimstätte”in München und Baudirektor der Wohnungsfürsorgegesellschaft und des Verwaltungsverbands “Grüner Grund”. Wolf war Mitglied im Künstlerbund Schlesien. Ab 1926 arbeitete er an Typengrundrissen für Wohnungen. Ab 1928 war er Mitglied der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen. In den Jahren 1927–1934 leitete er die Städtische Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Breslau. 1934–1938 arbeitete er an der Staatlichen Bauschule in Berlin-Neukölln. Nach der Niederlegung dieser Funktion gründete er das Büro „Bauernhof” und gab die mehrbändige PublikationBauernhof-Werk heraus. Nach 1939 bis zu seiner Pensionierung 1952 arbeitete er als Landesbaupfleger in Westfalen. Ab 1946 war er Mitglied der Akademie für Städtebau und Landespflege. 1949, während des ersten Volkskundekongresses in Freiburg, gründete er eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung des deutschen Haustyps. Von 1950 an war er Mitglied des Wissenschaftsrats des Wohnungsbauministeriums. 1951 wurde ihm der Ehrendoktortitel an der TU Hannover verliehen, 1953 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.


Wichtige Projekte und Bauten:

  • 1911–1913 – Zusammenarbeit mit Paul Schmitthenner beim Entwurf der Siedlung Karlowitz in Breslau
  • 1914–1919 – Zusammenarbeit mit Paul Schmitthenner beim Entwurf der Siedlung Staaken in Berlinie
  • 11924–1931 – Vorstadt-Siedlung Münster-Habichtshöhe
  • 1928–1929 – städtebaulicher Entwurf für die Siedlung Klein Tschansch (heute Księże Małe) – erste Breslauer Siedlung mit kleinen Wohnungen (zusammen mit Hans Thomas, Albert Kempter, Paul Heim, Rudolf Sack)
    1929 – Teilnahme an der Ausstellung„Wohnung und Werkraum” – WUWA in Breslau, in diesem Rahmen Bau des Achtfamilienhauses Nr. 3-6, Uechtritzweg 2a und eines Zweifamilienhauses Finkenweg 7/8, später Copernicusstraße (nicht erhalten)
  • 1934–1938 – Haus für einen Professor in Münster, Zweifamilienhaus in Kassel-Wilhelmshöhe.