Wien 1932 Die Ausstellung – Siedlung Lainz
5. Juni – 7. August 1932
www.werkbundsiedlung-wien.at

An der Realisierung waren 32 ösrerreichische und ausländische Architekten beteiligt: Richard Bauer, Josef Hoffmann, Josef Frank, Oskar Strnad, Anton Brenner, Karl A. Bieber, Otto Niedermoser, Walter Loos, Adolf Loos, Eugen Wachberger, Clemens Holzmeister, Walter Sobotka, Oskar Wlach, Julius Jirasek, Ernst Plischke, Josef Wenzel, Oswald Haerdtl, Ernst Lichtblau, Hugo George, Hans A. Vetter, Max Fellerer, Otto Breuer, Grette Schütte-Lihotzky, Josef F. Dex, Helmut Wagner-Freynsheim (alle aus Österreich), Hugo Häring (Deutschland), André Lurçat, Jacques Groag, Gabriel Guevrekian (Frankreich), Arthur Grünberger, Richard J. Neutra (USA), Gerrit Th. Rietveld (Holland). Das städtebauliche Konzept erarbeitete Josef Frank. Gebaut wurden nur Reihen- und Einfamilienhäuser.

Unter der Leitung von Josef Frank wurden auf dem leicht hügeligen Gelände 70 Häuser gebaut. Die Finanzierung wurde durch die “Heimbau-Hilfsaktion der Gemeinde Wien” möglich – eine städtische Institution die günstige Kredite vergab. Das Grundstück gehörte der Stadt.
Man orientierte sich stark an den Beispielen Weissenhof von 1927 und Brünn von 1928. In der Ausstellung wurden ausschließlich Einfamilienhäuser gezeigt – freistehend bzw. in der Reihenbauweise. Die Besucher konnten möblierte Räume besichtigen. Oft wurde die Meinung geäußert, die Werkbund-Ausstellung solle ein Gegensatz zur Wiener Baupolitik der frühen 20er darstellen, die vor allem große Wohnungen bevorzugte. Die kleine Wohnung wurde zum Hauptthema der Wiener Werkbund-Ausstellung.

Die schon damals bemängelnde “Zufälligkeit” der Stellung einzelner Häuser verschwand mittlerweile im üppigen Grün. Alle Häuser hatten Flachdächer und waren als einfache Kuben ausgebildet. Die Fassaden waren flach, sparsam, die Fenster- und Türöffnungen waren ihr einziger Schmuck. Nur wenige Häuser – wie z.B. das von Adolf Loos, mit hohen Wohnräumen und -galerie – zeigten unkonventionelle Lösungen.
Die Konzepte waren nicht so konsequent wie bei früheren Werkbund-Siedlungen. Bei den Einrichtungen bemängelte Hugo Häring eine Neigung zum Dekorativen – dieser Stil wurde von den Wiener Werkstätten bevorzugt. Letztendlich wurde die Ausstellung jedoch als Erfolg eingestuft. Schon wenige Tage nach Eröffnung wurden mehrere Häuser verkauft.