Zürich 1930 Die Ausstellung – Siedlung Neubühl
19. September – 27. September
www.neubuehl.ch

Die Mustersiedlung “Neubühl” entstand im Züricher Stadtviertel Wollishofen. An der Planung beteiligt waren: Max Ernst Haefeli, Carl Hubacher, Rudolf Steiger, Werner Moser, Emil Roth, Paul Artaria und Hans Schmidt. Sie alle waren junge schweizer Architekten, geboren Ende des 19. Jh. Ihr Ziel war, die gesamte Planung – von städtebaulicher Idee bis zu der Badausstattung – im Team, nicht einzeln, zu erarbeiten. Das städtebauliche Konzept lieferte Werner Moser. Gebaut wurden Mehrfamilienhäuser (90 Etagenwohnungen, u.a. in 3 Laubenganghäusern) und 105 Reihenhäuser.
Fünf junge Architekten erwarben (unterstützt von ihren Eltern) ein attraktives Grundstück am Rande der Stadt, in Wollishofen. Sie führten einen internen Wettbewerb durch und prämierten in einer gemeinsam getroffenen Entscheidung das Konzept von Werner Moser als die beste Lösung. Um die Blickbeziehungen zum See und zum bewaldeten Uetliberg zu schützen schlug dieser vor, die bestehende Niedelbadstrasse durch zwei Parallelstrassen zu ergänzen und die Bebauung quer zu den Strassen anzuordnen. Verschieden Wohnungstypen sollten für ein umfangreiches Angebot sorgen.

Die Stadt Zürich bewilligte einen Kredit unter der Auflage, den Bau in drei Etappen, mit jeweils neuer Baugenehmigung auszuführen. Mit dem Bau wurde im Sommer 1930 begonnen, die Häuser des ersten Bauabschnitts waren am 01. April 1931 bezugsfertig, die des zweiten Bauabschnitts im September. Im Jahr 1933 fand die zweite Wohnungsausstellung statt. Die in ihrem Rahmen gebauten Wohnungen wurden von der Gemeinnützigen Baugenossenschaft “Neubühl” an ihre Mitglieder vermietet. Um die Mietpreise auf einem marktüblichen Niveau halten zu können, mussten die Investoren wirtschaftliche Verluste in Kauf nehmen. In den 30er Jahren, während der Rezession, wurde sogar die Vermietung schwierig – selbst die Architekten der Siedlung konnten sich die Preise nicht leisten und zogen aus.

Anders als in Stuttgart, wo das Grundstück von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde, und die RFG das Vorhaben finanziell unterstützte, war man in Zürich gezwungen, sich mit dem Immobilienmarkt zu messen. Die Siedlung Neubühl sollte kein Experiment sein, denn dafür wäre das Finanzrisiko zu groß. Man wollte nur erprobte Baulösungen anwenden. Gezielt für den Bau hat man die Genossenschaft gegründet, denn nur dann war der Einsatz der städtischen Mittel als der zweiten Hypothek möglich und der Eigenanteil musste nur 10% der Gesamtsumme betragen.
Es entstanden 195 Wohneinheiten, davon 105 Einfamilienhäuser und 90 Etagenwohnungen (1 bis 6-Zimmer-Wohnungen). Zur Siedlung gehörten außerdem 32 Garagen, 4 Läden, Kindergarten, Heizwärterwohnung, sowie 2 Räume zur Vermietung an Verbände oder Vereine. Die Gärten wurden von den Wegen durch hohe Hecken getrennt.