Brünn 1928Die Ausstellung “Zeitgenössische Tschechoslovakische Kultur” – Siedlung Nový Dům (Brno – Zabovřesky)
27. August – 31. Oktober 1928

An der Realisierung waren neun tschechische und slovakische Architekten beteiligt: Hugo Foltýn, Bohuslav Fuchs, Jaroslav Grunt, Jiři Kroha, Miroslav Putna, Jaroslav Syřiště, Jan Víšek, Arnošt Wiesner und Josef Štěpánek. Das städtebauliche Konzept lieferten Boguslav Fuchs und Jaroslav Grunt.
Gebaut wurden 16 Musterhäuser – ausschließlich Reihenhäuser und Einfamilienhäuser. Die Architekten hatten einige Richtlinien zu befolgen: keine Unterkellerung (statt dessen ein funktionell gut durchdachtes Erdgeschoss), zwei Wohngeschosse, als Terrassen ausgebaute Flachdächer, Inneneinrichtung mit Einbaumöbeln, Einsatz von Standardfenstern- und Türen.
Die Schirmherrschaft übernahm der tschechische Werkbund (Svaz československého díla), die Initiative ging von der Baufirma von František Uherka und Čeňek Ruller aus, die auch die Finanzierung und den Bau der Siedlung übernahm.
Durch das trapezförmige Baugrundstück wurde eine Querstrasse geführt, und die einzelnen Häuser verteilte man dem Ziel folgend, das jedes Haus Zugang zu Sonne, Luft und Grün haben sollte.

Die Häuser wurden schon bald scharf kritisiert, vor allem die Einfamilienhäuser. Wirtschaftlich gesehen war die Ausstellung eine Niederlage – nur ein Haus konnte vermietet werden, keines wurde verkauft. Trotz alldem wurde die Ausstellung ein Impuls für weitere Experimente des Neuen Bauens.